Samstag, 10. Oktober 2015

Rezension zu "Blood on Snow-Der Auftrag" von Jo Nesbø



Gelesene Ausgabe: 
Titel: Blood on Snow. Der Auftrag
Übersetzer: Günther Frauenlob
Ullstein Buchverlage
ISBN/EAN: 9783550080777
Seitenzahl: 192
Taschenbuch/Softcover



Wertung: 3/5 Sterne





 
Olav Johansen hat kein besonderes Talent. Er kann keinen Fluchtwagen fahren. Auch für Raubüberfälle, Drogengeschäfte und Prostitution scheint er nicht geeignet.
Dafür kann er gut Leute „expedieren“. Der Auftragskiller bezeichnet sich schlicht als „Expedient“, lässt sich bei seinen Jobs durch nichts aus der Ruhe bringen und wird nicht durch ein schlechtes Gewissen geplagt, da die Opfer es meist „irgendwie verdient haben“. 

Als er von seinem Chef den Auftrag erhält seine Frau zu beseitigen zögert er nur kurz, verliebt sich dann aber in sein Opfer. Einziger Ausweg scheint ein Überlaufen zur Konkurrenz im Drogengeschäft seines Chefs.
Olav wird vom Autor zuerst als etwas einfältig und naiv beschrieben, allerdings liest er sehr gerne und denkt sich schon mal alternative Szenarien zu seinen Lieblingsromanen aus, was ihn doch etwas tiefgründiger erscheinen lässt.
Für mich ein sehr kurzweiliges und spannendes Buch, das ich aufgrund einer Leserunde netterweise von lovelybooks zur Verfügung gestellt bekommen habe.
Laut eigener Aussage Nesbøs soll der Roman eine Hommage an die großen Autoren der klassischen Noir- und Pulp-Literatur sein, was ihm meiner Meinung nach auch gut gelungen ist. Kurze Sätze, schnelle, spannende Handlung, keine ausschweifenden Charakter- oder Landschaftsbeschreibungen zeichnen dieses Genre aus.
Anders als seinerzeit die Klassiker der Pulp-Fiction (was übersetzt so viel wie „Schundliteratur“ bedeutet), ist der neue Nesbø jedoch mit 13,00 Euro für (großzügig gerechnete) 186 Seiten jedoch im Hochpreissegment angesiedelt.
Der Leser möge daher selber entscheiden, ob ihm der kurze Spaß diesen Preis wert ist. Für mich fällt es unter die Kategorie „kann man lesen, muss man aber nicht“. 

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